Dienstag 15. November 2011 · Buecher · Ulla Heise
Als die Jemeniten vor 500 Jahren genüsslich einen braunen Trank schlürften, ahnten sie nicht, welcher Beliebtheit sich dieser einst erfreuen würde. Heiss begehrt im Osmanischen Reich, weckte der Kaffee bald auch das Interesse europäischer Reisender. Und was den Janitscharen nicht gelang, das schafften die brauen Bohnen ganz ohne Mühe: Innerhalb weniger Jahrzehnte eroberten sie das gesamte Abendland, später dazu auch noch die Neue Welt.
Die Geburtsstunde des Kaffeegetränks liegt bis heute im ungewissen. Sicher ist nur, dass Mitte des 15. Jahrhunderts die braunen Bohnen langsam, aber stetig an Popularität gewannen. Nachdem Papst Clemens VIII. dem Kaffee »christliche« Eigenschaften bescheinigt hatte, stand einer Einfuhr nach Europa in grösseren Mengen nichts mehr im Wege. Kaffee wurde zum begehrten Handels- und Schmuggelobjekt, der Kampf um geeignete Anbaugebiete und Pflanzen begann. Um 1660 öffneten die ersten Kaffeehäuser in Europa, an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert entstanden die ersten Café-Salons und Café-Restaurants.
Ulla Heise stellt in diesem Buch die wechselvolle Geschichte des Kaffees dar, von den Ursprüngen der Kaffeepflanze in der Provinz Kaffa in Äthiopien über die Verbreitung durch europäische Reisende bis zur Etablierung als Volksgetränk.
Ulla Heise, Jahrgang 1949, Dipl.-Phil, studierte Germanistik/ Niederlandistik in Leipzig. Bis 1987 arbeitete sie als Verlagslektorin. Seither ist sie freiberuflich als Buchautorin für Gastronomiegeschichte und als Ausstellungskuratorin tätig. Gemeinsam mit ihrer 1990 gegründeten Ausstellungsagentur Gastro-Communication realisierte sie bis heute über 50 Ausstellungen zur Geschichte des Kaffees, des Bieres und des Gastgewerbes in deutschen und österreichischen Museen. Ihre Publikationen zur Geschichte des Gastwirtes und des Kaffees sind internationale Standardwerke.